Implantate

Beispielhafter Aufbau eines Implantats

Wenn eine vollständige Bezahnung nicht mehr vorhanden ist, sei es durch das Fehlen einzelner oder ganzer Zahngruppen, kann durch die Verwendung von Implantaten Ersatz geschaffen werden.

Fehlen nur einzelne Zähne, können diese durch Implantate ersetzt werden, wodurch eine Brückenversorgung mit Beschleifen der Nachbarzähne entfällt.

Wenn ganze Zahngruppen fehlen, kann durch die Verwendung von mehreren Implantaten entweder eine herausnehmbare Prothese völlig vermieden werden, oder es wird durch eine sogenannte Pfeilervermehrung ein Zustand erreicht, bei dem eine verkleinerte gut befestigte Teilprothese getragen werden kann.

Beim unbezahnten Patienten kann eine „rein“ schleimhautgetragene Prothese vermieden werden, wenn sie auf Implantaten oder Stegen zwischen den Implantaten ruht.

Theoretisch ist es möglich, jeden fehlenden Zahn durch ein Implantat zu ersetzen. Nun ist dies nicht immer nötig und auch nicht möglich. Ein wichtiger Faktor bei der Implantation ist es, eine möglichst große Kontaktfläche zwischen Implantat und Knochen zu erreichen. Dies wird durch die Variation der Implantatgröße erreicht und durch eine möglichst große Anzahl an Implantaten um eine Überbelastung zu vermeiden.

Zusätzlich bilden Implantate eine funktionelle Belastung für den Knochen und tragen so zum Erhalt des noch vorhandenen Knochens bei. Es sollten daher wenn möglich mehr als die Hälfte der fehlenden Zähne durch Implantate ersetzt werden.

Um eine Vollprothese sicher in allen Richtungen stabilisieren zu können, ergeben 4 Implantate die besten Ergebnisse. Damit kann im Frontbereich eine trapezförmige Steglösung erfolgen die, die Prothese trägt.

Ist eine reine Brücken-Kronenversorgung geplant, d.h. ohne herausnehmbaren Zahnersatz, so benötigt man 6 und mehr Implantate pro Kiefer.

Implantate werden in den Knochen eingesetzt, so dass die Kaukräfte wie beim natürlichen Zahn über den Knochen und nicht über die Schleimhaut (!) abgeleitet werden. Dies ist für den Erhalt des Kieferknochens, durch die funktionelle Belastung, ein großer Vorteil.

Voraussetzung für jeden Implantaterfolg ist, dass genügend Knochen zur Verfügung steht. In der Regel ist dies im Frontbereich des Ober- und Unterkiefers der Fall. Eine Problemzone kann jedoch der Seitenzahnbereich, d.h. der Bereich der ehemaligen Backenzähne darstellen. Meist ist der Knochenabbau an dieser Stelle am weitesten fortgeschritten. Zudem bildet hier die Kieferhöhle im Oberkiefer (sinus maxillaris), sowie ein durch den Unterkiefer verlaufender Nerv sensibler Unterlippennerv (nervus mandibularis) eine Begrenzung.

Anhand von Röntgenbildern kann die knöcherne Voraussetzung für den Implantaterfolg beurteilt werden. Zur weiteren noch genaueren Abklärung kann auch ein Computertomogramm (CT) angefertigt werden, welches nach digitaler Umsetzung mit dem SIMPLANT Verfahren eine dreidimensionale Abklärung des Knochens ermöglicht.

In solchen Fällen kann man durch einen Knochenaufbau die Voraussetzungen für eine Implantation schaffen. Hierzu benötigt man entweder körpereigenen Knochen, der die besten Ergebnisse hat oder künstliches Knochenersatzmaterial bzw. ein Gemisch der beiden.

Körpereigenen Knochen kann man aus der Umgebung der Implantatstelle, aus dem Kieferwinkelbereich, aus dem Bereich oberhalb des Kinns oder am ausgedehntesten vom Beckenkamm gewinnen. Dies erfolgt dann unter stationären Bedingungen in Narkose. Diese Transplantate müssen dann häufig mit einer Membran abgedeckt werden damit eine ungestörte Einheilung gewährleistet ist.

In geeigneten Fällen kann auch mit dem sogenannten Verfahren der Osteodistraktion ein Knochengewinn erreicht werden der eine Implantation möglich macht. Der Vorteil dabei ist, dass hier eigener ortsständiger Knochen vermehrt wird.

Als künstliches Knochenersatzmaterial zum Aufbau (Augmentation) des Knochens verwenden wir Cerasorb (Curasan), sowie Algipor (Friadent) mit Membranabdeckung. Nach einer durchschnittlichen Einbauzeit von 6 Monaten ist auch damit eine knöcherne Regeneration zu erreichen, sodass das Implantat regelrecht einheilen kann.

Alle von uns verwendeten Implantate bestehen aus reinem Titan und sind gut körperverträglich. Es kommt in der Einheilphase zu einer stabilen, festen Anlagerung des Knochens an die Implantate (osseointegration). Eine allergische Reaktion ist bis heute weltweit nicht bekannt.

Durch eventuelle Austestung durch Ihren Haus- oder Hautarzt kann eine allergische Reaktion völlig ausgeschlossen werden.

Das Einsetzen der Implantate wird in der Regel in lokaler Betäubung oder auf Wunsch in einer Art Halbschlaf (Analgosedierung) durch einen Narkosearzt bei uns in der Praxis durchgeführt. Obwohl der Eingriff nicht schmerzhaft ist, muss danach mit einer Schwellung, eventuell Bluterguss und Schmerzen gerechnet werden.
Sie bekommen von uns hierfür entsprechende Medikamente. Ebenso werden Sie von uns, falls Sie berufstätig sind, einige Tage krankgeschrieben.
Die von uns am meisten verwendeten Implantate sind sog. einphasige Implantatsysteme, die dem Patienten eine zweite OP erspart.

Die Zeit des Einheilens beträgt mindestens 3 Monate im Unterkiefer und 6 Monate im Oberkiefer. Nach dieser Zeit kann die prothetische Weiterversorgung erfolgen. Ungefähr 10 Tage später können wir, oder Ihr Zahnarzt den Abdruck für die geplante prothetische Versorgung vornehmen.

Lediglich bei der Implantation von 4 Implantaten im Unterkiefer Frontbereich mit dem Ziel einer steggelagerten Prothese ist die Sofortversorgung der Implantate indiziert. Hier wird in der Regel die Herstellung einer Stegprothese im Unterkiefer innerhalb 24 Stunden möglich.

In der Einheilphase kann nach Abklingen der unmittelbaren Operationsschwellung (ca. 1 Woche) die alte Prothese oder ein Provisorium getragen werden. Eine vorhandene Prothese muss eventuell etwas angepasst werden.
Sie bekommen von uns einen Heil- und Kostenplan über die Kosten der Implantation, d.h. für die gesamte chirurgische Behandlung, einschließlich Vorbehandlung, Röntgen und Nachbehandlung.

Unser Kostenplan informiert Sie über die Gesamtkosten. Über eine eventuelle Zuzahlung Ihrer Krankenkasse können wir leider keine Angaben machen.

Eine Rückvergütung geleisteter Zahlungen im Falle eines Implantatverlustes ist nicht möglich. Eine kostenfreie Nachimplantation wird von uns im Falle eines Implantatmisserfolges „während der Einheilphase“ vorgenommen.

Obwohl die Ergebnisse sehr gut sind, muss immer bedacht werden, dass es eine 100%ige Sicherheit bei der Implantation nicht gibt, und nie geben wird. Implantate können verloren gehen, das heißt, sie heilen nicht richtig ein und werden nicht fest, oder nach längerer Tragezeit kommt es zu Problemen, so dass ein Implantat wieder entfernt werden muss. Ursache hierfür sind meist lokale Faktoren wie Entzündungen, schlechte Blutversorgung im Implantatbereich, eine schlechte knöcherne Voraussetzung, oder Überbelastungen. Auch mangelnde Pflege, Hygiene, kann zu Implantatverlusten führen.

Im Unterkieferseitenbereich verläuft durch den Knochen ein Nerv, der für das Gefühl in der entsprechenden Unterlippenhälfte zuständig ist. Bei Implantationen in diesem Bereich kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Verletzung des Nervs kommen. Dies führt zu einer zeitweisen, in seltensten Fällen auch zu einer dauernden Gefühlseinbuße bzw. Gefühllosigkeit der entsprechenden Unterlippenseite. (Wie nach einer zahnärztlichen Spritze).

Bei Implantationen im Oberkieferbereich kann es zu einer Verletzung der Kieferhöhle kommen. Dies ist in der Regel ohne Folgen, kann aber in seltenen Fällen auch zu einer Kieferhöhlenentzündung führen.
Nach einem eventuellen Implantatverlust besteht die gleiche anatomische Situation wie vor der Implantation. Es ist nicht zu einer Verschlechterung der anatomischen Situation gekommen. Es kann daher eine nochmalige Implantation möglich sein.

Wenn die Einheilphase gut überstanden ist, kann man davon ausgehen, dass ein Implantat die gleiche Erhaltungsdauer hat wie ein überkronter, wurzelbehandelter Zahn. Die Liegedauer hängt entscheidend von der Knochensituation, der richtigen Belastung und der Zahnpflege in Hinsicht auf die Mund-Hygiene ab. So kann es z.B. durch Zahnfleischentzündungen zum Einströmen von Bakterien kommen, was zu einer Lockerung des Implantates führen kann (Periimplantitis).

Im Regelfall rechnen wir mit einer Lebensdauer von über 10 Jahren und mehr. Wie oben erwähnt kann diese Erhaltungsdauer leider nicht garantiert werden.

Sollte ein von uns gesetztes Implantat „während der Einheilphase“, vor der prothetischen Versorgung nicht fest eingeheilt (osseointegriert) sein, was in extrem seltenen Fällen passiert, so implantieren wir kostenfrei nach.

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Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!